Flattr – Ein “social payment” Dienst

Geschreiben von Paltar am December 9, 2010 in Internet |

Schon vor einiger Zeit bin ich auf einen interessanten neuen Internet-Dienst namens Flattr aufmerksam geworden, der sich derzeit im Internet verbreitet. Vor ein paar Tagen habe ich dann schließlich auch einen Account auf http://www.flattr.com angelegt, um zu sehen wie es genau funktioniert.

Zunächst mal, was ist Flattr überhaupt? Flattr nennt sich einen “social payment” Dienst. Aber was hat man sich darunter vorzustellen? Wer in letzter Zeit im Internet unterwegs war, kennt sicher den “Spenden” Button von PayPal und auch den “Gefällt mir” Button von Facebook. Wenn man die beiden Konzepte kombiniert erhält man mehr oder weniger den “Flattr” Button. Wenn man auf einer Webseite den Flattr Button drückt, zeigt man damit dem Betreiber nicht nur, dass einem seine Seite gefällt, sondern spendet gleichzeitig einen kleinen Geldbetrag, um ihn finanziell zu unterstützen.

Ein bisschen mehr dazu, wie man mit Flattr Geld spendet: Zunächst muss man einen Account bei http://www.flattr.com anlegen. Anschließend muss man sein Flattr-Konto aufladen. Bezahlen kann man das derzeit mit PayPal oder Moneybookers. Dann muss man noch einstellen, wieviel man pro Monat “verflattrn” will – zwischen 2 € und 100 €. Dieser Betrag wird am Ende jeden Monats vom Konto abgezogen und gleichmäßig auf alle Dinge verteilt, die man in diesem Monat “geflattrt” hat. Also egal, wie viele Dinge man “geflattrt” hat, man bezahlt immer nur den Betrag den man eingestellt hat. Das bedeutet natürlich, dass der Wert eines einzelnen “Flattrs” variiert je nachdem wie viele Dinge man in einem Monat “flattrt”. Zur Zeit scheint die durchschnittliche Höhe eines “Flattrs” ganz grob etwa 0,10 € zu sein.

Und hier liegt der Vorteil von Flattr. Wer würde sich denn die Mühe machen, 0,10 € über PayPal zu spenden; vor allem wenn die Gebühr für eine PayPal-Zahlung 0,35 € beträgt. Mit Flattr ist es aber ganz einfach, kleine Geldbeträge zu spenden an Webseiten, Artikel, Videos oder anderes, was einem gefällt. Ist der Account einmal eingerichtet genügt schon ein Klick. Und für den Ersteller der Seite können sich viele kleine Beträge durchaus aufsummieren.

Und damit wären wir beim Geld verdienen mit Flattr. Wenn man selbst einen Flattr Button für seine Sachen anbieten will, muss man zuerst einen Account wie oben beschrieben anlegen. Denn nur, wer bereit ist, Geld bei Flattr auszugeben, kann auch welches bekommen. Ich bin mir nicht sicher ob das wirklich die beste Lösung ist. Einerseits ist es nur fair den kleinen Mindestbetrag zu geben, und so das System und die Community zu unterstützen, wenn man damit Geld machen will. Aber andererseits frage ich mich, ob es wirklich nötig ist, die Leute dazu zu zwingen, die 2 € im Monat zu bezahlen. Würde das nicht auch auf freiwilliger Basis funktionieren?

Sobald man seinen Account erstellt hat, kann man seine “Dinge” eintragen. Man kann praktisch alles eintragen, was eine URL hat. Man kann dann eine Kategorie auswählen, einige dazu passende Schlagworte angeben und eine Beschreibung eingeben. Außerdem kann man wählen, ob der Eintrag öffentlich auf Flattr auftauchen soll oder nicht. Nachdem man etwas eingetragen hat erhält man den HTML Code, um den Flattr Button auf der eigenen Seite einbinden zu können. Nachdem man das gemacht, kann die Seite “geflattrt” werden.

Anstatt alles von Hand einzutragen kann man das auch automatisch über Plugins, Widgets und sonstige Hilfsmittel erledigen lassen, die es bereits für diverse Blogs und CMS Systeme gibt. Für diesen WordPress Blog habe ich z.B. das Flattr Plugin installiert und mit meinem Flattr Account verbunden. Jetzt erhält jeder Beitrag automatisch einen Flattr Button.

Nach Ablauf eines Monats erhält man dann das Geld für seine Dinge. Genau genommen bekommt man nur 90% des Geldes, denn Flattr nimmt 10% als Gebühren für den Dienst. Und das ist auch der größte Kritikpunkt, von dem ich bis jetzt gelesen habe. Einige finden 10% zu viel und da ist durchaus was dran. Aber noch gibt es Hoffnung, dass die Gebühren noch gesenkt werden, wenn der Dienst erst mal mehr Verbreitung findet und mehr Benutzer bekommt. Immerhin wurde der Beta-Test erst vor ein paar Monaten beendet.

Wenn ihr also Blog- und Webseiten-Betreiber unterstützen wollt, oder selbst mit euren Beiträgen etwas Geld verdienen wollt, ist Flattr eine gute neue Möglichkeit. Also warum nicht mal einen Blick riskieren?

Update: Flattr ändert seinen Dienst. Mehr dazu bei Änderungen bei Flattr

Dieser Beitrag ist auch verfügbar in: Englisch

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